Montagsdemo gegen „S21″ in Stuttgart – internationale Solidarität

Genau 19.585 Montagsdemonstranten protestierten am 20. September gegen das Wahnsinnsprojekt „Stuttgart 21″. Das ist seit Beginn der Montagsdemos gegen „S21″ vor bald einem Jahr die höchste Teilnehmerzahl. Die Polizei verfährt inzwischen nach der Methode, höchstens jeden zweiten oder dritten Teilnehmer zu zählen. Sie kam schließlich auf offiziell 6.000 Beteiligte.

Am eindrucksvollsten auf dieser Montagsdemo war die Ansprache des irischen Europa-Abgeordneten der „Links“-Fraktion, Joe Higgins, der zunächst vom Widerstand in Italien, Frankreich und Spanien gegen Hochgeschwindigkeits-Projekte berichtete. Bei der Schilderung des Massenwiderstand im italienischen Susa-Tal wurden dann die demokratischen Strukturen deutlich, die sich die Bevölkerung dort gegeben hat: Jede Gemeinde berät für sich Widerstandsformen, die dann zu einem einheitlichen Vorgehen zusammengefasst werden.

Higgins empfahl, sich hier in Stuttgart auch entsprechende Komitees zu überlegen. Und es gab wohl niemanden auf dem Platz, der nicht von einer gemeinsamen Charta aus Spanien und Italien an den Stuttgarter Widerstand berührt worden wäre, die zum Durchhalten und zur Verstärkung des Kampfs gegen „S21″ aufforderte. Auch wurde an die besondere Verantwortung des Stuttgarter Protests als ein Vorbild für andere Bewegungen europaweit erinnerte. Es gab Riesenbeifall nach diesem Redebeitrag.

Auf der Heimfahrt dann ein Gespräch mit einer jüngeren Amerikanerin aus San Francisco, die den Button „Oben bleiben“ kannte. Auch sie wünschte dem Widerstand gegen „S21″ viel Erfolg. Sie erkannte aber auch, dass solche Wahnsinnsprojekte von den Massen bezahlt werden sollen. Sie meinte, das wäre ähnlich wie die Enteignung vieler kleiner Hausbesitzer in den USA, auf die die Lasten der Finanzkrise abgewälzt werden. Sie verabschiedete sich mit dem Gruß „Power to the people“, was auf deutsch heißt, das Volk müsse die Macht haben.