Italien: Hohe Strafen für CIA-Agenten

Rom – Beim Berufungsprozess wegen der Entführung des ägyptischen Imams Abu Omar im Jahr 2003 hat ein Berufungsgericht in Mailand 23 CIA-Agenten zu Haftstrafen zwischen sieben und neun Jahren Haft verurteilt. Der Ex-Chef der CIA in Italien, Bob Seldon Lady, wurde zu neun Jahren Haft verurteilt, berichteten italienische Medien. Der Ex-Direktor des italienischen Geheimdienstes SISMI, Nicolo Pollari, und die ehemalige Nummer Zwei Marco Mancini wurden wie in der ersten Instanz freigesprochen. Wegen der Geheimhaltungspflicht könne kein Urteil gegen die beiden gefällt worden, urteilte das Gericht. Der ägyptische Geistliche Osama Mustafa Hassan Nasr alias Abu Omar wurde am 17. Februar 2003 auf offener Straße in Mailand aufgegriffen und soll über den US-Fliegerhorst Ramstein in Deutschland nach Ägypten verschleppt worden sein. Der Imam berichtete später, während der Gefangenschaft gefoltert worden zu sein. Nach Auffassung der Mailänder Staatsanwaltschaft unterstützte der italienische Geheimdienst die Entführung durch die CIA. Der im Prozess um die Verschleppung des Imams ermittelnde Staatsanwalt Armando Spataro hatte öfters versucht, Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi und seinen Vorgänger Romano Prodi als Zeugen vorzuladen. Diese hatten sich auf das Staatsgeheimnis berufen, um nicht vor Gericht erscheinen zu müssen.