Afrikanische Union fordert Einstellung der Militäroperation in Libyen – Arabische Liga kritisiert Luftangriffe

MOSKAU, 20. März (RIA Novosti).

Das Komitee zu Libyen der Afrikanischen Union hat aufgerufen, „Militäraktionen in diesem Land unverzüglich einzustellen“, teilt AFP am Sonntag mit.

Flugverbotszone ja, Luftschläge nein: Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, hat das Vorgehen der internationalen Gemeinschaft in Libyen kritisiert. Man solle Zivilisten beschützen und nicht bombardieren, sagte Mussa.

Laut einem Kommuniqué der Afrikanischen Union zu Ergebnissen einer Sitzung des Komitees in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott fordern die Vertreter der Afrikanischen Union auf, die „Sicherheit der Ausländer, einschließlich der Arbeitsmigranten aus afrikanischen Ländern, die in Libyen ansässig sind, zu gewährleisten“ sowie „politische Reformen zwecks Beseitigung der Ursachen der entstandenen Situation zu ergreifen und in die Tat umzusetzen“.

Das Komitee appellierte auch an die libyschen Behörden, zur Zustellung der humanitären Güter an die hilfsbedürftige Bevölkerung beizutragen.

Außerdem werden die Vertreter des Komitees zu Libyen am Sonntag das Land nicht, wie geplant, besuchen können, weil die internationale Völkergemeinschaft diesen Besuch nicht genehmigt hat.

Vor einer Woche hatte die Afrikanische Union die Bildung einer Expertengruppe zur Lösung der Situation in Libyen bekanntgegeben, der Vertreter der Republik Südafrika, Ugandas, Mauretaniens, Malis sowie der Republik Kongo angehören.
Seit dem 15. Februar toben in Libyen Massenproteste gegen Gaddafis Regime. Der Westen des Landes steht unter Kontrolle der Regierungstruppen, den Osten halten die Aufständischen. Die Rebellen bildeten einen Übergangsrat zwecks Verwaltung der Ostgebiete mit dem Zentrum in Bengasi, der sich zur einzig legitimen Macht in Libyen ernannt hat.
Am Donnerstag hatte der UN-Sicherheitsrat die Resolution 1973 angenommen, die eine ausländische Militäroperation zum Schutz der Bevölkerung Libyens vor den regierungstreuen Truppen zulässt.

An der Militäroperation, die am Sonnabend in Libyen begann, nehmen die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada teil. Spanien plant auch, sich denen anzuschließen. Seestreitkräfte der Koalition feuerten bereits 110 Flügelraketen gegen Objekte der Luftabwehr Libyens ab. Nach Angaben der libyschen Behörden kamen dabei 48 Menschen ums Leben. 150 weitere wurden verletzt.